Ein Viertel der deutschen Online-Banking-Nutzer setzt fest installierte Kontoführungssoftware ein, um seine Finanzen zu verwalten. In finanzstarken Haushalten mit einem Nettoeinkommen von mehr als 2.500 Euro hat sogar jeder dritte Kunde ein entsprechendes Programm installiert. Dies ergab die Trendstudie Bankpräferenzen des Beratungs- und Softwarehauses PPI AG in Kooperation mit handelsblatt.com, wiwo.de und dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung.
Das insbesondere in besserverdienenden Haushalten Kontoführungssoftware genutzt wird, liegt der Studie zufolge daran, dass diese Einkommensgruppe häufiger Funktionen benötigt, die für komplexe Anforderungen wie Buchführung, Finanzplanung und Verwaltung von Konten bei mehreren Banken notwendig sind. Diesen Anspruch würden rechnerunabhängige Webportale in der Regel nicht erfüllen. Für die Bankkunden, die ihr Konto bevorzugt über den Webbrowser verwalten, haben stattdessen die einfache Kontodarstellung und der installationsfreie Zugriff von jedem Rechner aus Priorität, so die Trendstudie Bankpräferenzen weiter.
Am wichtigsten ist den Nutzern von Kontoführungssoftware die intuitive und vollständige Übersicht über ihre Finanzsituation. 97,8 Prozent von ihnen bezeichnen dies als starkes Argument für die Kontoführungsprogramme. Mehr als 80 Prozent messen der Möglichkeit zur gleichzeitigen Verwaltung von Konten bei mehreren Instituten eine hohe Bedeutung bei. Ein weiterer Grund für die Nutzung der Kontoführungssoftware ist die Möglichkeit, komplexe Operationen wie Buchhaltung, Auswertungen oder Finanzplanung durchzuführen. Für rund die Hälfte der Software-Nutzer sind diese Einsatzmöglichkeiten
wichtig.
Die Webportale der meisten Banken sind für solche anspruchsvollen
Vorgänge nicht vorbereitet. Ihre Nutzer bewerten andere Vorteile höher: Sie interessieren sich mehr für Mobilität und schnellen Zugriff. Am wichtigsten ist ihnen, dass alle Kontodaten in einfacher Darstellung bereitstehen: Für 95 Prozent der Webportal-Anwender sind diese Punkte bedeutsam. Zudem schätzen sie die bequeme Nutzung ohne vorherige Softwareinstallation (86,6 Prozent) und den uneingeschränkten Zugriff von jedem Rechner aus (77,5 Prozent).
Bisher ist eine mobile Kontoverwaltung allerdings auch bei Nutzung
der Webportale nur mit Einschränkungen möglich: Aus Sicherheitsgründen haben viele Banken die bisher frei wählbaren Transaktionsnummern durch sogenannte iTANs ersetzt, bei denen ein Zufallsgenerator auswählt, mit welcher konkreten TAN ein Bankgeschäft autorisiert werden kann. Für eine mobile Verwaltung muss ein Kunde stets die vollständige iTAN-Liste bei sich tragen. Eine Alternative ist der USB-Stick mit kryptografischen Schlüsseln, die Transaktionen gegen das Ausspionieren sichern und mobil einsetzbar sind. Sie werden jedoch nicht von allen Banken angeboten, obwohl ihre Verwendung in vielen Fällen kostenfrei ist.